| |
Geschichte der Stadt
Die Geschichte von Szklarska Porêba ist eng mit der Entwicklung der Glashüttenindustrie, dem Suchen nach Edelsteinen und metallhaltigen Mineralien, und seit der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts mit der Touristik verbunden. Am Ende des XIII. Jahrhunderts wurden die Gebiete der heutigen Szklarska Porêba von dem Orden der Johannitern aus Bad Warmbrunn (Cieplice) zwecks der Suche nach Gold und Edelsteinen gekauft. Mitte des XIV. Jahrhunderts entstand die erste Glashütte. Der spätere Besitzer der Gebiete und Initiator der Entstehung der nächsten Hütten war die Familie Schaffgotsch, deren Vermögen auch das Gebiet der Gebirge und des Bergvorlandes umfasste. Zu jener Zeit wurde das Riesengebirge von den Erdschatzgräbern durchsucht, die aus Westeuropa hierher gekommen und Wallonen genannt worden sind. Die Spuren ihrer Anwesenheit, die noch heute zu finden sind, das sind Stollen, Abbauhohlräume, Schächte und geheimnisvolle Ritzzeichen an den Felsen, die auch vom Mineralienreichtum dieser Gebiete zeugen

Die Entwicklung der Hüttenindustrie war mit dem intensiven Aushieb der Wälder verbunden. Dem für Glasschmelzen notwendigen Holz folgend „wanderten“ die Hütten die Täler der Bäche entlang, in die Tiefe der Berge und mit ihnen wanderten die Kolonien der Hüttenarbeiter und Holzhauer. Mit den „wandernden Glashütten“ steht der Name Szklarska Porêba In Verbindung, denn an den Kahlschlägen (szklarska – Glaser- ; porêba – Kahlschlag) entstanden die Schäfersiedlungen, von denen die Stadt ihren Ursprung nahm. Der Name wurde 1946 durch Schlesisches Institut festgestellt und im Amtsblatt der Wiedergewonnenen Lande Nr. 5 veröffentlicht. Die Nächsten Glashütten entstanden in den Jahren – 1575 an der Czeska Struga, 1617 im Weißen Tal, 1754 in der Siedlung „Orle“ („Carlsthal“) und 1842 im Tal des Flusses Kamienna eine bis heute bestehende Hütte, die ursprünglich „Józefina”, nach 1945 „Julia“ genannt wurde. Einige hundert Jahre war die Glashüttenindustrie ein führender Zweig der hiesigen Wirtschaft. Einen großen Einfluss auf die Geschichte der Stadt hatte die Ankunft auf ihre Gebiete im Jahre 1578 der Gruppe der tschechischen Protestanten – der religiösen Flüchtlinge. Der für seine religiöse Toleranz bekannte Graf Schaffgotsch erlaubte ihnen, sich an der schlesischen Seite der Gebirge niederzulassen. Auf diese Weise entstand die Siedlung Marysin am Fuße von Szrenica. Aus der Gruppe der tschechischen Einwanderer als besonders lobenswert machten sich in der Geschichte der Region die Laboranten, Kenner der Naturheilkunde, die die berühmten Kräuterspezialpräparate herstellten, unvergesslich. Im Verlauf des XVII. und XVIII. Jahrhunderts entstanden die nächsten Siedlungen und so wurde am Anfang des XIX. Jahrhunderts Szklarska Porêba eines der größten Sudetendörfer. Es bestand aus 26 Siedlungen und Weilern mit 336 Häusern, zwei Kirchen (katholisch und evangelisch), vier Schulen, zwei Hütten und 16 Glasschleifereien, drei Mühlen und einem Sägewerk. Die Haupteinkommensquelle der lokalen Bevölkerung bildeten die Arbeit im Wald (Holzhauer), Glasschmelzung (Hüttenarbeiter), Ackerbau und Hirtenstand. Eben von den Schäferhütten stammen heutige Berghütten auf den
Hochgebirgsweiden.

Seit Mitte des XIX. Jahrhunderts begann die intensive Entwicklung der Touristik. Lust, die Reize der Bergwanderungen kennenzulernen und persönlich zu erfahren, und vor allem die Schönheit der Umgebung verursachten, dass Szklarska Porêba eine sehr bekannte touristische Klimastation in Niederschlesien wurde. Der Bau des Wegs aus Piechowice über den Gebirgspass (Prze³êcz Szklarska) nach Harrachov im Jahre 1847 und der Bau der Eisenbahnlinie Jelenia Góra – Tanvald im Jahre 1902 war eine Wende. Seit diesem Moment begründete Szklarska Porêba ihre Position als das bekannte Zentrum der Touristik und Wintersportarten, indem sie ihre touristische Funktion entwickelte. Das nächste, für die Entwicklung der Touristik wichtige Ereignis war 1962 der Bau der Seilbahn „Szrenica“
(Sessellift).

Am Ende des XIX. Jahrhunderts verursachte die Nachricht über den Reiz der Ortschaft und ihrer Umgebung Zuzug der Künstler – Schriftsteller, Dichter, Maler und Bildhauer nach Szklarska Porêba. So entstand die eigenartige Künstlersiedlung, in der die gegenwärtigen Künstler ihre Traditionen fortsetzen.

Nach 1945 ist der größte Teil der Übernachtungsbasis von Szklarska Porêba in Eigentum des Feriendienstes übergegangen und Szklarska Porêba wurde einer der bekanntesten Ferienorte in Polen. Stadtrechte erhielt Szklarska Porêba im Jahre 1959.
|
|